Trotz Corona und DSGVO:
So kommen Sie an neue Kontakte

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bereitet dem Direktvertrieb seit dem 25. Mai 2018 manches Kopfzerbrechen. Die Corona-Krise mit ihren Kontaktbeschränkungen hat die persönliche Ansprache nicht eben vereinfacht. Schwere Zeiten für eine Branche, die für gewöhnlich durch neue Kunden und Vertriebspartner wächst. Hier erfahren Sie, wie Sie dennoch rechts- und hygienekonform an neue Kontakte gelangen.

Im Prinzip ist die DSGVO eine sinnvolle Sache. Wer möchte schon, dass seine eigenen Daten unkontrolliert verbreitet und genutzt oder sogar missbraucht werden? Die EU wollte mit der DSGVO den Schutz personenbezogener Daten erhöhen. Dies mag gelungen sein, zugleich wurde aber dem Direktvertrieb die Gewinnung von Neukunden erschwert.


Bedeutet nun Covid-19 das endgültige Aus für neue Kontakte? Nein! Mit nur etwas Aufwand schlagen Sie diesen Herausforderungen ein Schnippchen und gewinnen auch mitten in der Krise neue Kunden und Teammitglieder.

Ihr Direktvertrieb hilft

Jeder Direktvertrieb sollte spätestens seit Inkrafttreten der DSGVO geeignete Tipps und Hilfen bereitstellen, wie Sie rechtskonform an neue Kontakte kommen können. Sehen Sie im Login-Bereich Ihres Vertriebes nach oder fragen Sie Ihren Sponsor. Ihr Direktvertrieb und Sie ziehen an einem Strang, denn Sie beide möchten ja mit neuen Endverbrauchern und Gruppenmitgliedern wachsen.


Unabhängig davon, welche Hilfsmittel Ihr Unternehmen für Sie bereithält, sollten Sie selbst die Initiative ergreifen und aktiv für Neugeschäft sorgen.


Vorsicht, Falle: Hände weg von diesen Tipps von gestern und vorgestern

Die „guten alten“ Rezepte früherer Jahrzehnte mit Tipps wie „machen Sie eine Liste mit all Ihren Freunden und rufen Sie diese an“ waren wahrscheinlich noch nie gut. Heute sind sie jedenfalls nur noch alt – und nicht nur unbrauchbar, sondern gefährlich: Denn telefonische Kaltakquise war schon vor der DSGVO verboten. Hat Ihr Direktvertrieb oder Ihre Upline Ratschläge dieser Art parat, sollten Sie diese getrost ignorieren. Nicht nur, weil hohe Bußgelder und Unterlassungsansprüche drohen. Solche Tipps passen auch nicht mehr in die heutige Zeit.


Auch vor allzu sorglosem Empfehlungsmarketing kann man heute nur warnen. „Wen kennen Sie, der sich ebenfalls für mein Produkt interessieren könnte?“ ist nach wie vor eine legitime und sinnvolle Frage. Nur dürfen Sie diesen Jemand nicht einfach ungefragt anrufen oder per E-Mail anschreiben.


Und was ist mit dem Double-Opt-in-Verfahren, mit dem Sie sich bei Newslettern anmelden? Damit lässt sich rechtskonform nur die Bereitschaft dokumentieren, E-Mails zu empfangen. Eine Einverständniserklärung zum Telefonieren können Sie per Double-Opt-in nicht erlangen.


Unterschriften einholen

Wie man es dreht und wendet: Um potenzielle Kunden oder Vertriebspartner rechtskonform telefonisch oder zum Beispiel per WhatsApp ansprechen zu können, sichern Sie sich am besten über deren Unterschrift ab.


Also gestalten Sie ein kleines Formular mit einem Text wie „[Ihr Name] darf mich zum Zweck der Terminvereinbarung und Produktberatung anrufen“. Mit der Unterschrift Ihres Ansprechpartners in der Hand sind Sie auf der sicheren Seite.


Planen Sie noch andere Kommunikationsmittel einzusetzen, zum Beispiel E-Mail, SMS oder WhatsApp, müssen Sie diese ebenfalls aufführen.


Wichtig: Die DSGVO sieht noch weitere Maßnahmen vor, unter anderem Auskunfts-, Dokumentations- und Belehrungspflichten. Im Netz finden Sie dazu jede Menge Informationen und Formulierungsvorschläge.


Trotz Covid viele Menschen erreichen

Im Lockdown sind klassische Möglichkeiten, an neue Kontakte zu kommen, eingeschränkt. Messestände oder die Kaltansprache in der Fußgängerzone sind zurzeit leider keine Option.

Was weiterhin problemlos möglich ist: Flyer in Briefkästen zu verteilen. Und an der Wohnungstür zu klingeln, ist ebenso erlaubt.


Hier heißt es wie so oft im Direktvertrieb: raus aus der Komfortzone und rein ins Leben!


Eine Flyer-Verteilaktion ist mit und ohne Corona immer eine gute Idee.  Verbinden Sie das Angenehme mit dem Nützlichen: Nehmen Sie beim Spazierengehen einen Packen Flyer in der Hand und versorgen Sie die Briefkästen in Ihrer Umgebung damit. Natürlich mit Ihren Kontaktdaten – bestempelt oder mit angehefteter Visitenkarte. Wunder dürfen Sie hiervon nicht erwarten, aber Sie legen die Grundlage für Ihren künftigen Erfolg und erzeugen etwas Aufmerksamkeit. Regelmäßigkeit und ein langer Atem sind hierbei gefragt.

Tipp: Noch wirksamer ist es, wenn Ihr Gesicht schon auf dem Flyer zu sehen ist, denn dadurch schaffen Sie Vertrauen für den zweiten Schritt Ihrer Neukunden-Akquiseaktion. Vielleicht bietet Ihr Direktvertrieb von Hause aus Flyer mit Ihrem Foto an; ansonsten lassen sich eigene Flyer auch online kostenlos gestalten und für Centbeträge drucken.

Das SARS-CoV-2-Virus kann auf Papier 24 Stunden überleben. Minimieren Sie dieses Risiko für Ihre Kundschaft noch weiter, indem Sie sich mit einem Mini-Fläschchen Desinfektionsmittel (gibt’s für 1 € im Drogeriemarkt) unterwegs regelmäßig die Hände reinigen.


Katalog gegen Unterschrift

Viele Firmen setzen nicht mehr auf gedruckte Kataloge. Im Direktvertrieb sind sie hingegen weiterhin „in“ – und das aus gutem Grund: Menschen lieben es, in Katalogen zu blättern. Kataloge sind daher für viele kein lästiger Papiermüll, sondern Objekte der Begierde.

Machen Sie sich diesen Umstand zunutze und verteilen Sie den Katalog Ihres Unternehmens. Natürlich nicht „einfach so“ wie Ihre Flyer, sondern durch persönliche Übergabe – und gegen eine „Empfangsquittung“ der besonderen Art: nämlich gegen das Einverständnis, dass Sie Ihren potenziellen Kunden anschließend anrufen dürfen.


Und so geht auch das Corona-konform: Neben den ebenfalls mit Stempel oder Visitenkarte versehenen Katalogen brauchen Sie eine FFP2-Maske, ein Klemmbrett (oder ein Tablet), einzeln verpackte Werbe-Kugelschreiber oder einen Stift und eine Packung Desinfektionstücher.

Damit gehen Sie nun von Tür zu Tür und bieten Ihren Katalog an. Am besten noch verbunden mit einem kleinen verlockenden Angebot: Wer daraus erstmals etwas kauft, erhält einen kleinen Rabatt oder ein Extra-Geschenk von Ihnen.


Ihren Katalog übergeben Sie gegen das Telefon-Einverständnis Ihres Ansprechpartners. Dieser kann Ihren Werbe-Kugelschreiber entweder selbst aus der Verpackung ziehen und anschließend behalten, oder Sie wischen Ihren einen Kugelschreiber vor seinen Augen mit einem frischen Desinfektionstuch ab. Stellt Ihr Direktvertrieb Ihnen ein Tablet und entsprechende Software zur Verfügung, wischen Sie stattdessen das Tablet vor und nach Berührung durch die angesprochene Person ab.


Keine falsche Scheu: Die meisten Menschen – auch die, die Ihr Angebot nicht wahrnehmen möchten – reagieren gerade in den kontaktarmen Corona-Zeiten freundlich auf Sie. Und Sie werden erstaunt sein, wie viele Unterschriften Sie auf diese Weise erhalten!


Nachfassen & auf einfache Weise an Empfehlungen kommen

Rufen Sie die Katalogempfänger zeitnah – also nach einigen Tagen – an und vereinbaren Sie dann einen persönlichen Termin (aktuelle Vorschriften in Ihrem Bundesland beachten). Und wenn Ihr Termin erfolgreich war, fragen Sie nach Empfehlungen! Zufriedene Kunden empfehlen Sie gerne weiter. Lassen Sie dazu Ihrem Kunden Flyer, Kataloge und – ganz wichtig – vorbereitete Einverständniserklärungen da.


Senken Sie die Hürden und setzen Sie auch hier Belohnungen aus: Für jede erfolgreiche Empfehlung eines Neukunden erhält der Empfehlungsgeber ein Geschenk. Und die unterschriebene Einverständniserklärung kann er auch einfach mit dem Smartphone abfotografieren und Ihnen kontaktlos schicken.


Rechtsrat einholen

Sicher ist sicher: Holen Sie für sämtliche rechtlich relevanten Texte und Aktionen kompetenten Rechtsrat ein, am besten durch einen Anwalt, der sich mit Datenschutz-Themen auskennt. 

So gewinnen Sie auch trotz DSGVO und Corona problemlos einen ständigen Zustrom an neuen Kunden!

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